Zu wenig Milch. Diese drei Worte bringen mehr Mütter dazu, mit dem Stillen aufzuhören, als alles andere. Und sie sind in den meisten Fällen falsch verstanden.
Der gefährlichste Satz in der Stillberatung
Wenn jemand sagt „du hast zu wenig Milch", klingt das endgültig. Wie ein Urteil. Wie ein Körper, der versagt hat. Aber eine geringe Milchmenge ist keine Diagnose. Sie ist ein Symptom. Wer nur das Symptom behandelt, verpasst die Chance, wirklich zu helfen.
Echter Milchmangel ist sehr selten
Echter physiologischer Milchmangel betrifft weniger als 5 % aller stillenden Frauen. Was bei den anderen 95 % passiert: Es gibt eine Ursache. Und die lässt sich fast immer finden und angehen.
Wie Milchproduktion wirklich funktioniert
Stillen ist ein Kreislauf aus Reiz und Reaktion. Die Brust produziert so viel Milch, wie sie Nachfrage wahrnimmt. Weniger Reiz bedeutet weniger Milch. Je öfter und effektiver das Baby trinkt, desto mehr Milch wird gebildet. Das ist Biologie, kein Glück.
Häufige Ursachen über die kaum jemand spricht
Eingriffe bei der Geburt. Trennung von Mutter und Baby direkt nach der Geburt. Reste der Plazenta. Schilddrüsenerkrankungen. Frühe Schnullergabe oder Stillhütchen. Zu frühes Zufüttern. Zungenbändchen beim Baby. All das beeinflusst, wie viel Reiz die Brust bekommt.
Was du wissen darfst
Du bist nicht schuld. In über 90 % der Fälle liegt das Problem nicht in dir, sondern in der Begleitung, die du bekommen hast. Wenn du die Ursache findest, kannst du in den meisten Fällen wieder voll stillen.
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