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Eisen beim gestillten Baby – was dein Arzt sagt und was Studien wirklich zeigen

Eisen beim gestillten Baby – was dein Arzt sagt und was Studien wirklich zeigen


Ab 6 Monaten Eisentropfen? Dieser Satz ist in fast jeder Kinderarztpraxis Standard. Er ist gut gemeint. Aber er ist nicht evidenzbasiert.

Was die Wissenschaft wirklich zeigt

Muttermilch enthält wenig Eisen. Das stimmt. Aber die Bioverfügbarkeit von Eisen in Muttermilch beträgt 50 %. Die von Formula: 10 %. Das Baby nimmt aus einer kleinen Menge Muttermilch-Eisen fünfmal mehr auf als aus einer großen Menge Formula. Mehr Eisen im Becher bedeutet nicht mehr Eisen im Blut. Quelle: Dewey und Chaparro, J. Nutrition 2007

Wer wirklich ein erhöhtes Risiko hat

Eine Pauschal-Supplementierung ohne vorherigen Bluttest ist nicht evidenzbasiert. Erhöhtes Risiko haben Frühgeborene, Kinder von Müttern mit Eisenmangel, Kinder nach frühem Abnabeln und Kinder nach Kaiserschnitt. Für gesunde, termingeborene Babys mit normalem Blutbild gibt es keine Leitlinienempfehlung zur automatischen Supplementierung. Quelle: DGKJ-Leitlinie Eisenversorgung 2021

Beikost einführen und weiterstillen

Ab 6 Monaten empfiehlt die WHO: eisenreiche Beikost einführen und dabei weiterstillen. Nicht Formula statt Muttermilch. Sondern Beikost zusätzlich. Linsen, Kichererbsen und weiße Bohnen kombiniert mit Vitamin C – das erhöht die Eisenaufnahme um bis zu 300 %.

Was Eisenmangel wirklich bedeutet

Eisen steckt in der Produktion von Dopamin und Serotonin – Botenstoffe, die den Schlaf steuern. Kinder mit Eisenmangel schlafen oft unruhig, wachen häufiger auf, sind schwerer zu beruhigen. Das ist kein Zufall. Das hat einen Grund. Quelle: Peirano et al., Sleep Medicine 2010


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